Donnerstag, 15. November 2007

Shoppen in Arabien

Ich erzähle mal ein bisschen weiter. Peu a peu sollte so vielleicht ein ganzer Reisebericht entstehen... es sei denn, es kommen wichtigere Dinge dazwischen (Diplom?).

Unsere Unterkunft in Jerusalem war ein kleines Hostel, das "New Swedish Hostel", betrieben von einem kleinen Araber, gelegen in der David Street. Wir kamen Abends mit dem Taxi am Jaffator direkt vor der Zitadelle in der Altstadt an und liefen dann durch eine enge, dunkle Gasse, die David Street, ein Stück weit hinein bis zu einer metallenen Tür, über der ein Schild hing, das uns darauf hinwies, dass wir wohl im "neuen Schweden" angekommen seien. Unser Zimmer war wie der Araber und das Hostel ebenfalls ziemlich klein und wenn man mit westlichem Maßstab an die ganze Sache heran gegangen wäre, hätte man wohl mit den Worten "ihr spinnt ja wohl, echt mal!" (natürlich auf arabisch...) kehrt gemacht und sich in einem möglicherweise komfortableren 4-Sterne-Hotel eingemietet. Allerdings haben Kalle und ich keine Ansprüche - und kein Geld-, das weiß jeder, noch dazu fanden wir das Hostel ziemlich gemütlich, den Hostel-Manager nett und alles zusammen sehr speziell und genau richtig.





Am nächsten Mittag dann die große Überraschung: Wir wohnten direkt auf dem arabischen Bazar! Unser Hostel war Teil des Wohn- und Verkaufskomplexes des so genannten "Suq", dem orientalischen Markt im arabischen Viertel der Altstadt. Das hatten wir am Abend zuvor nicht erkennen können, weil die Araber um 20 Uhr bereits die Läden schließen. Zu Anfang dachten wir "kuulo!", das macht Spaß, aber nach zwei Tagen waren wir schon leicht genervt von aufdringlichen Verkäufern, nervigen Massentouristen und distanzlosen Teenagern. Überall gab's Tücher, Schuhe, Menorahs, Kippas, Rosenkränze und Blingbling.







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Da waren die Ausflüge in die benachbarten jüdischen, christlichen und armenischen Viertel eine Wohltat für die Sinne - und die Nerven! Nachdem der Shabbat am Samstag Abend dann auch vorbei war, bekamen wir sogar koscheres Essen in öffentlichen und geöffneten jüdischen Restaurants. Leckere, koschere Burger - natürlich ohne Käse, dafür mit umso mehr Fleisch. Apropos Fleisch: Ich glaube, wir haben uns 5 der 7 Tage in Israel ausschließlich von Shawarma ernährt - dem arabischen Pendant des Döners. Die sind zwar lecker, aber auf Dauer natürlich sehr unausgewogen (sagt meine Online-Kalorientabelle).