Montag, 12. November 2007

Daniel und die Katzen...

Beginnen wir den Israelbericht doch zunächst mit dem Wesentlichen, also dem eigentlichen Grund meines Aufenthalts: dem Interview mit Daniel. Daniel, geboren in Deutschland, ab dem zehnten Lebensjahr aufgewachsen in Griechenland, ist nach dem Schulabschluss in Deutschland auf Anraten seines Rabbis nach Israel ausgewandert und lebt und studiert heute in Jerusalem. Er ist konvertierter Jude. Zwar gibt es jüdische Wurzeln in der Familie, seine Mutter ist aber nicht jüdisch.



Das Interview sollte am Freitag Morgen um 8:00 Uhr in der Früh in einem Wohnviertel Jerusalems (Gihon Street 22) bei einer Freundin von Daniel stattfinden. Das Taxi brachte uns trotz mangelhafter Aussprache des Straßennamens zu unserem Treffpunkt und der Aufbau und das Gespräch konnten nach Ankunft Daniels - der ja als Israeli grundsätzlich etwas verspätet erscheint - beginnen.

Und jetzt folgt der "worst case": Zwei Hauskatzen. Eine sieht aus wie Garfield und benimmt sich auch so, die andere wirkt wie eine astreine Kuschelmieze, mit dem Nachteil, dass sie nicht kuscheln, sondern laut fressen, spielen, hüpfen, kratzen und schaben will. Am Anfang ging's noch gut. Die Katzen hatten sich irgendwo in meinen Equipmenttaschen verteilt, spielten mit dem Puschelüberzug meines Mikros oder schliefen. Nach einer halben Stunde wurde ihnen dann wohl langweilig und sie begannen gezielt, laute Störgeräusche zu produzieren. Die angebliche Kuschelmieze fing an, sich die Krallen an meiner Kameratasche zu wetzen oder abrupt auf leere Kartons zu springen. Garfield hingegen fand es ziemlich witzig, erst mit lauten Kaugeräuschen auf sich aufmerksam zu machen und danach noch kurz aufs Katzenklo zu verschwinden, das nach dem Geschäft natürlich mehrmals umgegraben werden musste, wie es sich für Katzen halt gehört. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein großer Tier- und Katzenfreund bin und dass sehr viel passieren müsste, damit ich meine freundliche Haltung gegenüber den Tieren ablege. Passiert ist viel und ich stand kurz davor, den Tieren an die Gurgel zu gehen, sie durchzuschütteln und laut anzuschreien, um zu erfahren, was ihnen denn einfiele, mein Interview so dermaßen zu stören!! Danach hätte ich sie womöglich am Schwanz gepackt und auf den Balkon katapultiert. So oder so ähnlich habe ich es mir zumindest ausgemalt.

Ich habe das Material noch nicht eingehend geprüft, bin aber guter Hoffnung, dass sich die Tonspur noch retten lässt, bzw. dass mir genug Material zur Verfügung steht, das katzenfrei und verwendbar ist. Immerhin hat Daniel zweieinhalb Stunden lang gesprochen und sich dabei - eine bemerkenswerte Leistung! - nicht von der tierischen Orgie aus der Ruhe bringen lassen. Danke Daniel!

1 Kommentare:

Anna S. hat gesagt…

Danke Daniel!